Rezension: Die Physiker von Friedrich Dürrenmatt

Randdaten:
Autor: Friedrich Dürrenmatt
Reihe: –
Verlag: Diogene
Genre: Komödie
Preis: A-8,20€

D-7,90€
ISBN: 978-3-257-23047-5

Klappentext:
Die Physiker

>>Dürrenmatt hat versucht, die paradoxe Situation darzustellen, in die das fortgeschrittene Wissen, das der Kernphysik, geraten ist. Es gilt uns als Gipfel menschlicher Erkenntnis. Seine Formulierung hat auch die Hinrichtung der Welt möglich gemacht. Was machen die Entdecker, wenn sie Verantwortung für die Welt spüren? Gibt es Bewahrung der Welt vor dem Wissen? Bewahrung des Wissens vor dem Zugriff der Macht? Dürrenmatts Kernphysiker Möbius, der Entdecker der furchtbaren Formel, flüchtet, seine Familie preisgebend, ins Irrenhaus. Er spielt Irrsinn, er fingiert die Heimsuchung durch den Geist Salomons, um das, was er entdeckte, als Produkt des Irrsinns zu diffamieren. Maskerade wird da zu einem moralischen Akt.<<Frankfurter Allgemeine Zeitung

>>Dürrenmatt führt seine Geschichte mit unerbittlicher Konsequenz zu einem unerbittlichen Ende, welches die Türen dieses Irrenhauses aufsprengt, tödlich gefährdenden Sprengstoff aus den eben noch schützenden Mauern entlässt in eine schutzlos preisgegebene Welt und kein Zuschauer entzieht sich tiefster Betroffenheit. Was Dürrenmatt hier aus den Maskierungen gewinnt, wie er etwa das Geigenspiel Einsteins einsetzt, wie er die Positionen fortlaufend vertauscht: das ist nicht nur virtuos, das ist einzigartig. Dürrenmatts Komödie Die Physiker wird im Theaterleben der Gegenwart Epoche machen.
Irma Voser/Neue Zürcher Zeitung

Erster Satz:
Erster Akt
Ort: Salon einer bequemen, wenn auch etwas verlotterten Villa des privaten Sanatoriums >Les Cerisiers<

Inhalt:
Drei Insassen eines Sanatoriums – Einstein, Möbius und Newton – spielen verrückt. Einstein und Newton kommt dabei unter den Figuren eine besondere Rolle zu.

Eigene Meinung:
„Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt hat mich positiv überrascht. Bei Schullektüre bin ich ja grundsätzlich immer sehr skeptisch, weil die Bücher finde ich im Allgemeinen doch sehr zäh und schwer verdaulich. Aber beim Physiker war das was anderes, da hat mich einfach das Thema interessiert. Aber es war irgendwie ein bisschen zu kurz. Die 87 Seiten waren einfach zu wenig, das hätte gern noch ein paar Akte länger sein können.

Bewertung:
Stil:
Den Stil von diesem Buch mag ich doch sehr. Er ist doch so ein bisschen leicht antiquiert, wurde vom großen Dürrenmatt aber auch schon vor 54 Jahren geschrieben. Vor einiger Zeit habe „Der Richter und sein Henker“ von Dürrenmatt gelesen, damals habe ich mich noch etwas an seinem Stil gestoßen.
Idee:
Die Idee finde ich richtig gut. Die Thematik wird uns in Zukunft noch viel mehr beschäftigen, allgemein wird die Frage nach der Verantwortung der Wissenschaft immer wieder gestellt wurden und gestellt werden müssen.
Umsetzung:
Die Umsetzung der Idee fand ich wirklich gut. Denn Verantwortung gegenüber dem Menschen kann man auf verschiedene Arten behandeln. Aber anstatt es allzu reißerisch zu machen, oder auf der anderen Art zu lieblich, findet Friedrich Dürrenmatt eine ganz eine eigene Art davon zu schreiben.
Figuren:
Die Figuren bleiben in diesem Stück eher blass, eher handelt es sich um Typen, die in einen Plot gestellt werden. Aber es stört nicht, da es eher auf die Handlung zielt, als auf ausgereifte Figuren. Außerdem will das Werk etwas vermitteln, dafür ist dann die Figurenausreifung etwas zurückgeblieben.
Plot-Entwicklung:
Der Plot entwickelt sich in „Die Physiker“ zuerst eher ruhig und genau in dem Moment wo man sich gar nicht mehr auskennt oder sich fragt, ob das Ganze was man sich zusammengereimt hat, auch stimmt, kommt der große Peng, der alles aufklärt
Tempo:
In dieser Komödie in zwei Akten geht es eher ruhig zu und man kommt schön mit wie sich alles schön entwickelt, zum Schluss jedoch nimmt das ganze Stück an Fahrt auf. Allgemein passt das Tempo gut und harmoniert mit dem Spannungsbogen.
Tiefe:
Man traut diesem Werk gar nicht zu, dass es Tiefe hat, aber ja es hat welche. Vielleicht nicht auf den ersten Blick, es ist eher eine schleichende Erkenntnis. Es hat Tiefe in Hinblick auf die Möglichkeiten mit dem Thema umzugehen. Durch diese realistische Beschreibung, wie die Figuren handeln erhält es für mich sein Quentchen Tiefe
Komplexität:
Aufgrund der Kürze des Stücks ist es nicht allzu komplex, die Anzahl der Figuren ist begrenzt, auch sind die Rätsel und ihre Auflösung nicht allzu schwierig.
Lesespaß/Lesebericht:
Ich hatte große Freude das Werk zu lesen. Innerhalb eines Tages verleibte ich mir die paar Seiten, denn 87 Seiten sind für mich jetzt wahrlich keine Herausforderung. Es war einfach interessant, nach „Der Richter und sein Henker“, das ich vor vier Jahren gelesen habe, noch einmal ein Buch von Friedrich Dürrenmatt zu lesen.

Autor:
Friedrich Dürrenmatt wurde als Sohn eines Pfarrers am 5. Januar 1921 im Schweizer Kanton Bern geboren. Seine Kindheit verbrachte er in der kleinen Gemeinde seines Vaters, das Dorfleben prägte ihn: Er sei einfach kein Städter, sagte Dürrenmatt von sich. 1935 zog die Familie nach Bern, wo der junge Dürrenmatt später auch studierte: Philosophie und Naturwissenschaften sowie Germanistik. Außerdem interessierte er sich leidenschaftlich für expressionistische Malerei. Während der Studienzeit entstanden dann erste – expressionistische – Texte. 1947 wurde in Basel sein Drama „Es steht geschrieben“ uraufgeführt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war die Entscheidung, ob er denn nun Maler oder Schriftsteller werden solle, gefallen. Als Autor von Weltgeltung starb er am 14. Dezember 1990 in Neuenburg.

Bewertung:
3 von 5 Sternen

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